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Ein Verein stellt sich vor:
Die “St. Sebastianus
Schützenbruderschaft Deutz e.V. gegr. vor 1463“

Präsidentenorden der Düxer Schötze von 1857,
gestiftet und überreicht durch
Friedrich Wilhelm
IV, König von Preußen.
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Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Deutz kann wohl mit Fug und Recht
behaupten, dass sie eine der ältesten Schützenvereine in Köln und seiner
Umgebung ist, denn wie schon der Name sagt, liegt das Gründungsjahr “Vor
1463“. Genaue Daten über das Gründungsjahr gibt es nicht. Zwar wird in
den
alten Abtei-Urkunden von Deutz um 1420 ein “Schützenhof“ erwähnt,
aber erst
1883 gelang es dem Gerichtsaktuator Theodor Vacano bei Nachforschungen im
Düsseldorfer Landesarchiv,
das Bestehen einer Schützenbruderschaft und eines
Schützenhauses in der Freiheit Deutz im Jahre 1463 nachzuweisen.
Auf diese
Jahreszahl gründen sich seitdem die Jubiläums-Daten der Deutzer Schützen.
Der Anlass zur Gründung ist klar: Wenn man sich mit den Verhältnissen des 15.
Jahrhunderts eingehender beschäftigt, kann man verstehen, dass damals
Schutzvereinigungen wie Schützenbruderschaften zwangsläufig entstehen
mussten. Selbstverteidigung war für die Bevölkerung die einzige Möglichkeit,
sich gegen umherstreifende Banden und kriegerische Truppen zur Wehr zu
setzen. Wie sehr die Deutzer Schützen als “Bürgermiliz“ mit der Gemeinde
verbunden waren, geht daraus hervor, dass im 18. Jahrhundert der
Bürgermeister von Deutz gleichzeitig Schützenmeister war.

Die Schweden belagern Deutz
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während die St. Urban-Kirche in die Luft fliegt
(Stich von Matthäus Merian d. Ä., 1635). |
Immer wieder
treffen schwere Schicksalsschläge die Deutzer Schützen. Hochwasser und
Seuchen, Feuersbrünste oder Einquartierungen fremder Truppen wechseln
einander ab. 1666 wütet sogar die Pest in Deutz. Ein besonders schwarzer Tag
war der 20. Dezember 1632, als während des 30-jährigen Krieges die Schweden
unter der Führung des Grafen Baudissin in Deutz einrückten. Im Verlaufe des
Gefechtes wurden sie in die Abtei zurückgedrängt
und gerieten dort in
Gefangenschaft. Dabei explodierte das in der Kirche eingelagerte
Schießpulver und 300 Schützen kamen dabei ums Leben. Später gelang es,
zusammen mit den Kölnern, die Schweden wieder zu vertreiben.
In Kriegszeiten
ruhten bei der Bruderschaft alle Feste, so während des dritten
Raubritterkrieges Ludwig XIV. (1688-1697) als auch während des Ersten und
Zweiten Weltkrieges.
Im vorigem Jahrhundert konnten die Deutzer Schützen auf vier glanzvolle
Jubiläen zurückblicken: 1913 feierten wir das 450. Jubelfest unter der Schirmherrschaft des damaligen Kronprinzen. Das 475-jährige Jubiläum im Jahr
1938 fand unter dem Protektorat des damaligen Oberbürgermeisters von Köln,
Dr. Karl-Georg Schmidt statt. Als besonderes “Highlight“ der
Vereinsgeschichte darf wohl mit Fug und Recht die Feier des 500-jährigen Jubiläums im Jahr 1963 unter der Schirmherrschaft des damaligen
Bundeskanzlers Dr. Konrad Adenauer genannt werden. Höhepunkt dieses Festes war
der große historische Festzug mit den zeitgeschichtlichen Gruppen seit
der Bruderschaftsgründung.
In Anlehnung an dieses besondere Jubelfest wurde
dann schließlich im Jahr 1988 die Feier des 525-jährigen Jubiläums unter der
Schirmherrschaft des damaligen Oberbürgermeisters von Köln, Dr. Norbert
Burger ausgerichtet.
Um auch den sportlichen Teil der Bruderschaft einmal entsprechend zu
präsentieren, wurde im Oktober 1990 ein “Tag der offenen Tür“ ausgerichtet.
Die Gäste dieses Tages konnten zum einen einmal den Schießsport “schnuppern" und unter anderem hautnah mit amtierenden Olympiasiegern und Weltmeistern
wie Silvia Sperber oder Margit Stein plaudern und diese bei der
Demonstration der verschiedenen Schieß-Wettkampfdisziplinen bewundern.
Heute
sind die Ziele klar in der Satzung der Bruderschaft verankert. Die
Hauptziele sind:
- Pflege der alten Überlieferungen und heimatlichen Gebräuche, worunter
auch die Feste der Schützenbruderschaft fallen.
- Ausübung des Schießsports.
Mit über 200 Mitgliedern zählt die Deutzer St. Sebastianus Bruderschaft zu den
mitgliederstärksten Schützenvereinen in Köln
und seinem Umfeld. Mitglied
werden kann satzungsgemäß jede christliche Person, die das 21. Lebensjahr
vollendet hat und in gutem Ruf steht. In die Jungschützengruppe können
christliche Jugendliche ab dem 12. Lebensjahr aufgenommen werden.

Originalzeichnung des Deutzer Schützenfest, Jahrgang 1859 |
Dabei sind
die Aktivitäten der Bruderschaft vielfältig und auf das gesamte Jahr
verteilt. Während im so genannten “Traditionellen Bereich“ der
Jahreskalender festgeschrieben ist mit dem Patronatsfest, Frühlingsfest, dem
Ostereierschießen, als
Höhepunkt jeden Jahres die Feier des Schützen- und Volksfestes im Sommer mit
dem Bürgerkönigs- und Preisschießen, dem Herbstfest und
ausklingend mit dem
Weihnachtsbratenschießen und dem Brezelschießen, so wird das Geschehen im sportlichen Bereich
durch unsere Mitgliedschaft im Rheinischen- bzw.
Deutschen Schützenbund wie in jedem Sportverein durch die Meisterschafts-
und Wettkampfpläne der Dachverbände geregelt. Alljährlich nehmen die
Mitglieder unserer Bruderschaft zahlreich an diesen sportlichen Aktivitäten
teil. Bereits zwischen den beiden Weltkriegen waren die Deutzer Schützen im
Besitz eines eigenen Schießstandes mit 10-, 50- und 175-m Ständen, auf denen
großartige sportliche Erfolge erzielt wurden. Dieser Stand wurde im Zweiten
Weltkrieg zerstört und man musste sich bis 1963 mit einem Behelfsstand
begnügen.

Der original Königsvogel von
1558 wird heute im
Kölnischem Stadtmuseum aufbewahrt.
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Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums im Jahr 1963 konnte wieder
eine neue, moderne und unterirdische Schießanlage am Reitweg in Deutz in
Betrieb genommen werden. Vierzehn 10-m, zehn 50-m und fünf 25-m
Pistolen-Stände wurden damals erstellt. Im Jahr 1974 wurde die Anlage um 4
100-m-Stände auf den heutigen Stand erweitert. An fast jedem Tag wird auf
diesem Schießstand trainiert und so das Fundament gelegt für die immer
wieder erzielten Erfolge bei den Meisterschaften und Rundenwettkämpfen des
Rheinischen Schützenbundes.
So bietet die St. Sebastianus. Schützenbruderschaft
Deutz neben den traditionellen, jahrhundertealten Abläufen im Schützenjahr der Deutzer und Kölner Bevölkerung eine Schießanlage zur Durchführung von Breitensport, die ihres gleichen sucht.
Wir laden alle interessierten
Jugendlichen und Erwachsenen ein, als Gast unserer gesellschaftlichen
Veranstaltungen oder als Gastschütze auf dem Schießstand am Reitweg unsere
Bruderschaft näher kennen zu lernen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch !
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Hl. Sebastian
Schutzpatron der Schützen
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